FAQ rund um den Gyrocopter, Autogyro bzw. Tragschrauber

Was ist ein Gyrocopter?
Der Tragschrauber, den man auch Gyrocopter nennt, ist ein Drehflügler und ähnelt in seiner Funktionsweise einem Hubschrauber, jedoch wird hier der Rotor nicht wie beim Hubschrauber durch ein Triebwerk, sondern durch den Fahrtwind in Drehung versetzt Autorotation und damit einer der sichersten Fluggeräte.
Durch den stabilisierenden Kreiseleffekt des Rotors liegt der Tragschrauber sehr ruhig in der Luft und reagiert nur unwesentlich auf Turbulenzen. Aus diesem Grund kann er auch bei starkwindigen Wetterbedingungen geflogen werden – und ist praktisch ganzjährig einsetzbar. Der Tragschrauber fliegt eigenstabil.
Selbst wenn der Pilot die Steuerung loslässt, fliegt die Maschine weiter.

Wie sicher ist ein Tragschrauber?
Da der Motor nur für den Antrieb und nicht für den Auftrieb sorgt, wird selbst bei einem Motorausfall der Tragschrauber durch das Autorotationsverfahren sicher gelandet.


Wodurch unterscheidet sich ein Gyrocopter von einem Hubschrauber?
Vorteile eines Tragschraubers sind:
Wartung und Betrieb eines Hubschraubers ist wegen der komplizierteren Mechanik doppelt bis dreimal so teuer wie die Unterhaltung eines Tragschraubers.
Die Bauart eines Gyrocopters ist viel simpler als die des Hubschraubers. Auch dieser besitzt nur einen Motor, jedoch muss neben dem Haupt- mit einer relativ aufwändigen Übertragung auch der Heckrotor angetrieben werden. Die zyklische und kollektive Blattsteuerung des Hubschraubers ist ebenfalls weit aufwändiger als die bei kleinen Gyrocoptern übliche Kopfkippsteuerung. Bei größeren Tragschraubern nimmt die Komplexität der Rotoranlage zu, erreicht aber meist nicht den Komplexitätsgrad von Hubschraubern.

Anders als beim Hubschrauber ist der Ausfall des Antriebs relativ ungefährlich. Der Hubschrauber geht bei Motorausfall zur Autorotation über – aber eine Notlandung mit Autorotation gilt als sehr schwierig. Der Tragschrauber dagegen befindet sich ständig in Autorotation, dadurch entfällt die beim Hubschrauber entstehende Umschaltzeit, in der der Hubschrauberrotor an Drehzahl verliert. Der Tragschrauber kennt keinen Strömungsabriss wegen zu geringer Fahrt, da die Drehzahl des Rotors wichtiger ist als die Vorwärtsfahrt. Im Vergleich mit Flugzeugen kann der Gyrocopter eine kürzere Startstrecke und eine bei weitem kürzere Landerollstrecke von nur zehn Metern haben. Die geringe Fahrt beim Landen macht auch die Notlandung ungefährlicher als bei Flächenflugzeugen, da sich die Landerollstrecke extrem verkürzt. Auch sind steilere Anflüge möglich.Der Tragschrauber ist einfacher zu beherrschen als ein Hubschrauber und nicht schwieriger zu fliegen als ein Flugzeug. Der Tragschrauber ist, anders als der Hubschrauber und das Flächenflugzeug, sehr unempfindlich gegen Turbulenzen und fliegt daher ruhiger als Flächenflugzeuge, insbesondere als Ultraleichtflugzeuge. Der Platzbedarf im Hangar ist geringer als bei Flugzeugen.

Nachteile:
Im Gegensatz zum Hubschrauber kann ein reiner Tragschrauber nicht schweben und in der Regel nicht senkrecht starten und landen. Der Leistungsbedarf ist im Vergleich zu Flugzeugen bei gleicher Masse höher. Tragschrauber sind in diesem Punkt etwa gleichwertig zu Hubschraubern.